Nirwana

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Der Begriff

Der Begriff "Nirwana" aus dem Sanskrit bezieht sich auf die von Gautama Buddha am Ende seiner jahrelangen Suche nach innerer Befreiung erlebte Erfahrung der Leere bzw. des Nichts, die ihm zuteil wurde, als er in einer Vollmondnacht unter einer Pappelfeige saß.

Die Verständnisbarriere des Westens

Für westlich geprägte Menschen, die sich darunter beim besten Willen nichts Greifbares oder Sinnvolles vorstellen können, kann man diese Erfahrung wohl am besten mit der Einsicht erklären, daß es kein Ich bzw. Selbst als handelndes Zentrum gibt — daß also genau diese Wesenheit, um die alles Denken der westlichen Geistestraditionen kreist, nur in der Einbildung existiert und durch gesellschaftliche Konditionierung lebenslang zementiert wird.

Das Verständnis des Buddhismus

Insoweit, als diese Einsicht spontan und völlig überraschend geschieht (denn sie kann nicht willentlich oder absichtlich hervorgerufen werden), deckt sie sich auch mit dem in der Zen-Tradition "Satori" genannten Erlebnis.

Wichtig ist nun: Bei Aussagen zum Satori oder Samadhi handelt es eben nicht um eine Weltanschauung oder Theorie, und auch nicht um ein philosophisches Konzept oder gar um ein religiöses Dogma, sondern, wie bereits gesagt, um eine direkte Erfahrung. Diese Erfahrung ist in jedem Menschen latent vorhanden und wird durch die zwanghafte und verselbständige Tätigkeit des hypertrophen Verstandes permanent überdeckt.

Im Gegensatz zum nächtlichen Tiefschlaf haben wir es aber gleichzeitig mit einer bewußten Erfahrung zu tun, d.h. einer Erfahrung des Wachbewußtseins — nur daß dieses Wachbewußtsein in diesem Moment nicht mehr dualistisch arbeitet, sondern mit dem Gewahrsein der Einheit allen Seins einhergeht.


Siehe auch:

GLR, 26.6.2010