Meditation

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Kurzbeschreibung

Mit unterschiedlichen Bedeutungen belegter Begriff. Im westlich-religiösen Sinn mit Gebet und Konzentration in Verbindung gebracht, in östlichen spirituellen Traditionen als Ablösung von der Fokussierung auf das persönliche Ich bzw. von Identifikation mit mentalen und körperlichen Vorgängen verstanden.

Bekannte Meditationsmethoden sind Zazen (im Zen-Buddhismus) bzw. Vipassana (indischer Buddhismus).

Der Aspekt Aufmerksamkeit

Zur klareren Einordnung bzgl. verschiedener religiöser Traditionen und Auffassungen können wir das jeweils der Meditation zugrundeliegende Verständnis des Aspektes Aufmerksamkeit betrachten und genauer untersuchen. Wird eine eher fokussierte Aufmerksamkeit — entsprechend einer dualistischen Auffassung — oder eine unfokussierte Aufmerksamkeit, also eher: umfassende Gewahrsamkeit — entsprechend einer nicht-dualistischen Auffassung — angestrebt?

Ein zweiter, sehr unterschiedlich verstandener Aspekt ist der der äußeren Umstände von Meditation. Traditionelle Methoden wie das Zazen bzw. Vipassana betonen — zumindest für den Einstieg — das strikte Unterbinden äußerer Tätigkeiten. Daher wird, auch im allgemeinen Sprachgebrauch, Meditation meistens mit Reglosigkeit, Nach-innen-Gewandtheit, völligem Schweigen und Abgeschiedenheit von allen Belästigungen des Alltags gleichgesetzt. Es gibt auch um diese Form der Meditation herum arrangierte und sie speziell unterstützende Organisationsformen wie Klöster, Meditationshallen, Meditationsriten und entsprechendes Lehr- und Aufsichtspersonal-

Eine andere Auffassung setzt hingegen Meditation mit Bewußtheit (oder noch umfassender: mit unterscheidungsloser Gewahrsamkeit) gleich und lehnt jede Bezugnahme auf bestimmte Situationen oder Umstände ab. (Beispiel: Sufi-Lehre)

Gerd-Lothar Reschke, 16.6.2010