Ludwig van Beethoven: Leonore, Ouvertüre Nr. 3, op. 72b

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gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra

unter der Leitung von René Leibowitz

Zuerst weiche Harmonik, die sich in sich selbst vertieft und der stillen Dunkelheit Platz läßt. Noch unsicher und zaghaft aufsteigende Kraft trifft gleich auf Widerstand und muß schnell lernen, sich zu behaupten.

Dann kommen mit wachsender Anstrengung auch immer größere Rückschläge, die scheinbar alles übertünchen, doch im Verborgenen arbeitet etwas unablässig und beständig. Irgendwann nimmt die Kraft die Herausforderung freudig an und umfängt die Gegenkraft, als sie erkennt, daß sie alleine gar nicht wirken kann, sie braucht ein Substrat oder eine Medium.

Fanfaren aus der Ferne kündigen etwas Großartiges an, man erwartet einen prunkvollen Zug. Überraschend tritt eine behutsame, zarte, weibliche Grazilität auf, die ihre große innere Stärke erst durch Handlungen und Reaktionen offenbart. Am Ende freies und immer wieder neugestaltendes Aufblühen und angstloses Entfalten der Kraft. Es gibt keine Blockade und keine Beschränkungen mehr.

Die Schauer hören gar nicht mehr auf, die mich überlaufen, als könnte ich wirklich eine Verbindung nachfühlen von innen und außen. Um so etwas zu komponieren muß Beethoven wohl alle entlegensten Enden von Gefühlen durchlebt und durchlitten haben, ohne sich irgendetwas zu ersparen.

Marco Holmer, 21.10.2007