Dogen

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Dogen Zenji (1200-1253)

Eihei Dōgen Kigen Zenji (19.1.1200-22.9.1253)
Japanischer Zen-Meister

Begründer des Zen in Japan

Dogen brachte Zen als praktische Meditationsdisziplin von China nach Japan und zählt zu den bedeutendsten Zen-Meistern. Er steht damit in der Linie des 1. Zen-Patriarchen Bodhidharma, der als erster den Buddhismus nach China gebracht hatte. Seine Lehre wird der Soto-Richtung des Zen zugerechnet. Sein Hauptwerk ist das Shobogenzo (Die Schatzkammer des wahren Dharma).

Welt-Menschen und WEG-Menschen nach Dogen

Die Ansichten der Leute

Eines Abends sagte Dogen:
Betrachtet man das Handeln und Reden in der Gesellschaft, so geht es heutzutage in diesem Lande vielen Leuten um ihren eigenen Ruhm und ihre eigene Ehre, um Gut und Böse, Richtig und Falsch; es ist ihnen wichtig, ob andere sie für gut halten, weil sie etwas tun, oder für schlecht, weil sie etwas unterlassen. Sie machen sich sogar Sorgen um spätere Auswirkungen solchen Handelns und Redens. Das ist grundweg falsch. Die Menschen in der Welt sind nicht notwendigerweise gut.

Laßt die Leute denken, was immer sie wollen; ihr könnt euch von ihnen sogar für verrückt erklären lassen. Verbringt ihr euer ganzes Leben damit, gemäß dem Buddha-WEG zu üben, und haltet ihr euch von dem fern, was gegen das Buddha-Dharma gerichtet ist, so braucht ihr euch keinerlei Gedanken darüber zu machen, was die Leute von euch halten.

Tonsei (Rückzug von der Welt) bedeutet, von den Wertungen der Weltleute frei zu sein. Befaßt euch einfach mit den Taten der Buddhas und Dharmavorfahren und mit dem Mitgefühl der Bodhisattvas, bereut eure Taten, die im Unsichtbaren von Devas und Schutzgottheiten gesehen werden, und übt weiterhin in Übereinstimmung mit Buddhas Regeln. Um irgendetwas anderes braucht ihr euch nicht zu sorgen.

Auf der anderen Seite ist es falsch, wenn man sich selbst gegenüber nachsichtig ist, Schlechtes tut und sich dabei darauf hinausredet, daß es ja unerheblich sei, ob andere schlecht von einem dächten. Übt einfach mit ganzem Herzen und in Übereinstimmung mit dem Buddha-Dharma und kümmert euch nicht darum, wie andere euch einschätzen. Im Buddha-Dharma sind solche Nachsicht und Schamlosigkeit verboten.


Shikantaza, die Praxis des Nur-Sitzens

Für Dogen gibt es mit der Zazen-Übung der Sitz-Meditation, im Unterschied zu den auch heute zumeist üblichen Zen-Wegen und -Lehren, nichts zu erreichen. Shikantaza bedeutet "nichts anderes tun als sitzen".

Außer diesem Nur-Sitzen wird nichts weiter gemacht, weder über etwas meditiert, noch sich auf etwas konzentriert, auch nicht auf den Atem. Es werden auch nicht die Gedanken beobachtet, oder versucht, ein Koan zu lösen.

Die das Ego stärkende und in Esoterik- oder religiösen Dünkel führende Vorstellung, es gäbe etwas zu erreichen außer dem, was gerade da ist, also z.B. Erleuchtung oder besonders beglückende Bewußtseinszustände, wird hiermit komplett verworfen.

Werke

Links

GLR, 20.2.2009, 30.4.2016