Ego
Aus Neue Religion Wiki
Umgangssprachlich, psychologisch und entsprechend wahrer Selbsterkenntnis aufgefaßt
Das Ego ist das falsche Selbstbild der sich vom Ganzen getrennt vorkommenden Person. Es ist somit nichts anderes als das "Ich" (und bloß ein anderes Wort dafür).
Umgangssprachlich und in der populären Psychologie und Esoterik wird hingegen zwischen beidem unterschieden, so als gäbe es ein gutes und richtiges Ich (das des natürlichen und authentischen Menschen) und ein unerwünschtes und schädliches Ich, eben das "Ego", das aus wahrem Ich und einem darauf aufgepfropften Überbau aus Stolz, Selbstbezogenheit (Egozentrik, Egoismus) und Selbstbefangenheit bestünde.
Interessant ist, daß die Anhänger dieser im Alltag fast komplett überwiegenden Sichtweise gar nicht auf die Idee kommen, es könne auch am Ich bzw. Ich-Konzept etwas nicht stimmen. Dabei ist dieses doch Grundlage und lebensgeschichtlicher Ausgangspunkt auch des als Abirrung und Auswuchs verstandenen "Egos". Es gibt kein Ich ohne Lüge und falschen Anspruch, sondern das gesamte Konzept der Trennung in einmal "sich selbst" und demgegenüber "die ganze übrige Welt" ist offenkundig absurd. Und diese Absurdität muß dann auch Folgen haben. Auch das scheinbar gute und moralisch intakte Ich (das also angeblich nicht egozentrisch ist, sondern von "Liebe zum Gegenüber" erfüllt wird, siehe christliche Auffassungen) kann sich nur stabilisieren, wenn es zu projizieren beginnt, nämlich indem es das bei sich selbst nicht verstandende angeblich Schlechte und Böse auf die Mitmenschen verlagert.
| Gerd-Lothar Reschke, 31.5.2008 |
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